Burnout und Erschöpfung ade! – Wie Sie wirklich neu denken

Vielleicht kennen Sie das Phänomen: Im Urlaub oder während einer längeren Auszeit machen Sie sich ausgiebig Gedanken darüber, was Sie an Ihrer Lebensweise verändern wollen. Doch schon bald nachdem Sie mit vielen guten Plänen und Vorsätzen im Gepäck im Alltag zurück sind, werden Sie rückfällig. Sie verhalten sich genauso wie immer, alle guten Vorsätze sind passé und Ihre Energie beginnt erneut kontinuierlich zu sinken.

 

Was ist passiert? Waren Ihr Wille nicht stark und Ihre Pläne nicht gut genug? 

 

Wieso gute Absichten und strategische Pläne eben nicht genügen, warum unser Geist oft keine Chance hat, sich gegen unseren Körper zu behaupten, und was Sie tun können, um Ihre Verhaltensweisen wirklich nachhaltig zu verändern, das will ich Ihnen in diesem Artikel darlegen.

 

 

Der Weg durch Gehirn und Körper zum neuen Ich

Zuerst ist es einmal notwendig, die energieraubenden Verhaltensweisen, die Sie bisher offensichtlich verfolgt haben, zu erkennen. Das ist häufig sehr schwierig, weil diese oft als die einzig mögliche Weltsicht erscheinen. Eine Welt die wir kennen, die dadurch berechenbar und beherrschbar wird. Aber eben auch eine Welt, in der es uns offensichtlich nicht möglich ist, dauerhaft gesund und leistungsfähig zu bleiben. 

Unser Körper ist so sehr konditioniert auf all die Hormone und Gefühle, die unser gewohntes Handeln hervorbringen, dass er danach regelrecht süchtig geworden ist und immer mehr davon will. Ganz egal, ob es ihm schadet oder nicht. Er ist daran gewöhnt. 

Es ist fundamental wichtig, zu verstehen, dass es nicht nur Ihre Denkweisen sind, die Sie an den Rand Ihrer Leistungsgrenzen treiben, sondern vor allem Ihre Körperchemie. Wenn Sie ihr Leben verändern wollen, dann müssen Sie an beiden Stellen ansetzen und sowohl ihr Denken als auch die daraus resultierenden chemischen Prozesse sukzessive verändern.

 

Schritt 1: Nutzen Sie die Metakognition

Unsere Persönlichkeit und unsere Lebensweise sind zuerst einmal nichts anderes als neuronale Verknüpfungen. Dank unserem hoch entwickelten Frontallappen verfügen wir über die Fähigkeit der Metakognition. Das heißt, wir können beobachten wie wir denken. 

Aus der Quantenmechanik wissen wir, dass allein der bloße Akt der Beobachtung das Ergebnis eines Experiments beeinflusst. Verzichten wir also auf eine ausgiebige Analyse der Ist-Situation und konzentrieren uns gleich darauf, was in Zukunft anders sein soll, dann fehlt dieser wichtige Teil der Beobachtung.

„Das will ich so nicht mehr machen.“  oder „Das mache ich in Zukunft so.“ reicht nicht aus. Sie müssen verstehen, warum Sie bisher so gehandelt haben. Fragen Sie sich, welche Emotionen in Ihnen entstehen und welche Verhaltensweisen daraus resultieren. Denn das ist die Grundlage dafür, die neuronalen Verknüpfungen, die zu einem bestimmten Verhalten führen, erfolgreich zu kappen.

Wenn wir bestimmte Verhaltensweisen und Reaktionen, die wir nicht mehr in unserem Leben haben wollen als das erkennen, was sie sind, nämlich nur in unserer Vergangenheit entstandene Verknüpfungen, dann sind wir in der Lage, unsere Aufmerksamkeit von ihnen weg zu lenken. Doch das genügt noch nicht, denn da ist ja immer noch die ganze Körperchemie, die danach lechzt, dass wir uns wie immer verhalten. 

 

Der Körper bestimmt dann über das Gehirn. Doch glücklicherweise ist unser Gehirn so hoch entwickelt, dass wir den Spieß umdrehen können. Wir müssen nur lernen anders zu denken und zu fühlen, bevor wir etwas anderes tun. 

 

Schritt 2: Lösen Sie sich neuronal von altem Ballast

Der Neocortex, der sozusagen die Schnittstelle zur Außenwelt darstellt, ist es, der es uns ermöglicht, unsere Verhaltensmuster zu erkennen und gezielt zu beobachten. Denn hier werden Wissen und Erfahrung verarbeitet und neuronale Verknüpfungen geschaffen.

Wenn es uns also gelingt, die synaptischen Verbindungen zu erkennen, die dafür verantwortlich sind, dass wir uns selbst immer wieder an unsere Leistungsgrenzen treiben und uns bewusst von ihnen zu lösen können, dann unterbrechen wir auch die folgenden automatisch ablaufenden Reaktionen in unserem Körper. 

Diese haben ihren Ursprung im limbischen System. Dieses emotionale, oder auch chemische Gehirn sorgt dafür, dass wir uns an schöne Erlebnisse, wie zum Beispiel unseren romantischen Heiratsantrag detailliert erinnern können. Es sorgt aber auch dafür, dass wir bestimmte Menschen nicht mögen, weil sie uns verletzt oder ungerecht behandelt haben und dass wir automatisch Stress empfinden, wenn es bestimmte Aufgaben zu erledigen gilt.

Sind die alten Verbindungen gekappt, so können wir unserem emotionalen Gehirn beibringen, in bestimmten Situationen andere Emotionen zu erzeugen. Und erst wenn das passiert ist, kann uns auch unsere Körperchemie nicht mehr daran hindern, unsere positiven Vorhaben in die Tat umzusetzen. 

 

Schritt 3: Spielen Sie ein neues Programm ein

In Studien hat sich gezeigt, dass es kaum einen Unterschied macht, ob wir wirklich Klavierspielen an den Tasten eines Klavieres lernen, oder ob wir das Ganze nur mental, also im Geist trainieren. Es macht also keinen Unterschied für Ihr Gehirn und Ihren Körper, ob Sie bereits ein tolles Leben haben, oder ob Sie es sich nur vorstellen. Das ist die häufigste Stolperstelle: Wir warten immer auf eine positive Veränderung, um uns dann besser zu fühlen. Doch der Vorgang läuft genau anders herum ab:

Die positive Veränderung tritt ein, weil wir uns besser fühlen, weil wir unsere Körperchemie verändert haben und darum anders agieren. Sie können sich Ihr neues Denken, Ihr neues Handeln, Ihre Vision von Ihrem neuen Leben mental antrainieren und dadurch Ihren Körper und Ihr Leben verändern. Und dass sollten Sie unbedingt tun. 

Denken Sie darüber nach, wie Sie sein wollen, wie Sie sprechen wollen, was Sie erleben wollen, was Sie tun wollen, für welche Dinge Sie in Zukunft Zeit haben wollen, wie Sie sich fühlen, wenn Sie dauerhaft fit, entspannt, gesund und gesellig sind, wie viel mehr Spaß Ihnen Ihr Job macht, wenn Sie kreativ, motiviert und leistungsfähig sind. Malen Sie sich alles in den schillernsten Farben aus und speisen Sie diese neuen Programme in den Speicher Ihres Cerebellums ein. Das Cerebellum ist der aktivster Teil unseres Gehirns und fungiert sozusagen als Speicherzentrum. Hier ist der Ort in dem unsere vorprogrammierten, mentalen und körperlichen Zustände abgespeichert und abgerufen werden können. 

Ist es Ihnen gelungen, Ihre Gefühle und Handlungen dort abzuspeichern, dann werden sie zu einer normalen Gewohnheit und Ihre guten Vorhaben laufen im Unterbewusstsein genauso so automatisch ab wie Autofahren.

Sie sehen, der Weg in ein besseres Selbstmanagement und damit auch der Weg zu mehr Gesundheit, Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit beginnt zwar durchaus mit einer positiven Absicht, doch erfordert es noch gezielte weitere Schritte, um dieses Vorhaben auch nachhaltig in unserer Realität zu verankern und positive Effekte im Leben zu erzielen.

Einfach etwas anderes zu tun ist zwar der naheliegendste, aber eben nicht der nachhaltigste Weg, um neue Gewohnheiten zu etablieren.

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