Erfolgsfaktor Nebennieren – So vermeiden Sie Energielöcher und Burnout

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Momente, in denen ich das untrügliche Gefühl hatte, dass mir irgendjemand einfach den Stecker gezogen hat. Da stand ich dann, mitten in einer Situation, die Konzentration und Einsatz erfordert und konnte mich weder richtig konzentrieren, noch war ich in der Lage gute Entscheidungen zu treffen oder meine Energie zu mobilisieren.
So wie mir geht es Vielen und viele Jahre dachte ich, ich sei dem hilflos ausgeliefert und die einzige Lösung bestehe darin, das Schlimmste durch Kaffee oder Schokolade abzupuffern. Warum genau Das aber der falsche Weg war, was es mit diesen dubiosen Energielöchern auf sich hat und welche nachhaltigen und wirksamen Maßnahmen wir ergreifen können um diese zu vermeiden, dass will ich im Folgenden erklären.

 

Nebennieren – das Organ für Energie

Unsere Nebennieren sitzen am oberen Ende der Nieren und wiegen nur 5-10 Gramm. Und doch haben sie einen immensen Einfluss auf unser Leben. Denn die Nebennieren regulieren nicht nur unsere Stresshormone, sie sind auch der Akku in unserem Körper. Sie sorgen dafür, dass wir in brenzligen Situationen leistungsfähig sind und es auch in entspannteren Phasen bleiben. Früher in der Evolution war diese kurzfristige Mobilisierung von Energie sehr sinnvoll um zu überleben. Heute lösen leider auch sehr viele nicht unbedingt überlebensnotwendige Situationen Ausschüttungen der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus.

Und genau das ist das Problem. Denn genau dafür ist diese Funktion nicht gedacht. Sie ist dafür gedacht, kurzfristig Energie zu mobilisieren und das Überleben zu sichern. Kein Organismus, weder der von Mensch noch Tier ist darauf ausgelegt, diesen Zustand der Wachsamkeit dauerhaft aufrecht zu erhalten. Aber genau das tun wir durch unseren Lebensstil, unsere Ernährung, ja sogar durch unsere Gedanken! 

Und irgendwann reicht es den Nebennieren. Sie sind ausgepumpt. Es kommt immer häufiger zu den oben beschriebenen Energielöchern und am Ende steht eine totale Nebennierenerschöpfung (adrenal burnout), also das Ausbrennen der Nebennieren. Dann sind wir erledigt und fühlen uns dem Alltag nicht mehr gewachsen.

Wir sehen also, unsere dauerhafte Leistungsfähigkeit steht und fällt mit unseren Nebennieren und deren einwandfreier Funktion.

Es ist also unabdingbar, sich gut um die kleinen Organe zu kümmern und Ihnen besondere Aufmerksamkeit und Pflege zu schenken. Denn so können wir unseren Akku schneller wieder aufladen die Akkulaufzeit insgesamt erhöhen.

 

Was reizt die Nebennieren?

Welche Faktoren führen nun dazu, dass unsere Nebennieren aktiv werden und damit beginnen Stresshormone zu produzieren?

 

Stresssignale aus dem Gehirn

Täglich werden wir geradezu überflutet mit solchen Signalen. Und wie oben erwähnt, handelt es sich dabei nicht einmal nur im die „wirklich“ überlebenswichtigen Eindrücke, die eine Aktion der Nebennieren hervorrufen. Alleine der Gedanke an bevorstehende Überstunden reicht schon aus, um den Notfallplan unseres Körpers zu aktivieren.

 

Lange Pausen zwischen den Mahlzeiten

Die kleinen Nebennieren werden von unserer Leber gespeist. Denn sind die Nebennieren der Akku in unserem Körper, dann ist die Leber die Lagerhalle. In ihr sind nicht nur alle wichtigen Nährstoffe bevorratet, die sie bei Bedarf an den Körper ausliefert, sondern auch Glucose. Und Glucose ist es, was die Nebennieren von der Leber brauchen. Sind unsere Glucosevorräte allerdings aufgebraucht, dann können die Nebennieren keine Energie an den Körper abgeben. Das bringt sie in Bedrängnis und verursacht ihnen Stress, denn auch für die Nahrungsbeschaffung war in prähistorischen Zeiten zusätzliche Kraft und Energie erforderlich. Es ist also auch heute noch so, dass wir Stresshormone ausschütten, wenn wir nicht genügend Nahrung bekommen.

 

Flüssigkeitsmangel

Absolut unterschätzt in Bezug auf die Leistungsfähigkeit und Stressresistenz unseres Körpers wird oft die Flüssigkeitszufuhr. Denn unsere Akkus, die Nebennieren, sind Nieren. Und die brauchen Flüssigkeit um Ihre vielfältigen Funktionen optimal zu erfüllen. Besteht die Gefahr eines Flüssigkeitsmangels, reagieren die Nebennieren auf die selbe Weise, wie sie es auch bei der lebensbedrohlichen Situation von zu wenig Nahrung tun. Sie schütten vermehrt Stresshormone aus.

 

Wenn wir also über längere Zeiträume vielfältigen Stressfaktoren ausgesetzt sind und oft lange Zeiten ohne Nahrung und Flüssigkeit überbrücken, dann schwächen wir unsere Nebennieren.

 

Und ganz ehrlich: Für viele von uns ist genau das ein ganz normaler und alltäglicher Zustand.

Zeit also, unser Bewusstsein auf die enorme Wirkkraft der Nebennieren zu lenken und unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit dadurch dauerhaft positiv zu beeinflussen!

 

Was stärkt die Nebennieren?

Dauerhafte Stresszustände vermeiden

Weil es so normal ist, ist uns oft gar nicht bewusst, wie gestresst wir eigentlich sind. Wenn Sie im Wald sitzen und dreimal tief durchathmen, die Ruhe und die Natur genießen, dann sind sie entspannt. Dann befinden Sie sich in dem Zustand, in dem ihr Körper sich von selbst heilen und regenerieren kann. Dann können Sie kreativ sein und Risiken und Veränderungen gelassen begegnen. In diesem Zustand befinden sich allderdings die allerwenigsten Menschen. Meistens sind wir permanent getrieben, auf unsere Aufgaben fokussiert und Ernährung wird zur Nebensache. Genau die Dinge, die unsere Energie erhalten sollen werden oft nicht beachtet.

Uns muss uns bewusst werden, wie unermesslich wichtig es ist, Entspannungsphasen und hochwertiger Ernährung mehr Priorität in unserem Leben einzuräumen.

 

Und wie kann das nun gelingen?

 

Entspannungspraktiken – Mentale Ebene

Wie oben festgestellt, ist es sehr wichtig, die permanente Ausschüttung von Stresshormonen dauerhaft zu reduzieren. Dafür ist es erforderlich, zu lernen, uns von unseren stressigen Gedanken zu trennen. Wir sind ja als Menschen wunderbarerweise dazu in der Lage, unsere Gedanken bewusst zu steuern. Lernen Sie, sich aus Stressituationen herauszudenken. Machen Sie sich bewusst, dass sie der Gedanke an Ihre ToDo Liste, an die Überstunden oder an den Kollegen stresst und distanzieren Sie sich davon. Atmen Sie drei mal tief durch und entscheiden Sie sich bewusst für positivere Emotionen.

Finden Sie Rituale, die es Ihnen ermöglichen sich so zu fühlen, wie wenn Sie entspannt im Wald sitzen. Ob das beim Lesen eines Buches, beim Sport, in der Badewanne oder bei der Meditation ist. Finden Sie heraus, was für Sie gut funktioniert und praktizieren Sie diese Rituale täglich.

 

Ernährung – Körperliche Ebene

Nicht nur unsere Einstellung, sondern auch unser Verhalten ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit unserer Nebennieren. Denn gerade unser Essverhalten hat einen enormen Einfluss auf sie. Beobachten Sie sich auch hier und achten Sie darauf, keine zu langen Abstände zwischen den Mahlzeiten entstehen zu lassen. Knurrt ihr Magen und spüren Sie, dass die Energie nach unten geht, dann war der Abstand zu lang. Essen Sie so regelmäßig wie nötig, um sich dauerhaft gut zu fühlen. Bei stark belasteten Nebennieren kann das durchaus auch jede Stunde der Fall sein. Für eine gute Versorgung der Nebennieren sind glucosehaltige Nahrungsmittel wie frisches Obst, Kartoffeln, Vollkornprodukte, Honig oder getrocknete Datteln super geeignet.

Ebenso wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. 35 ml/kg Körpergewicht sollten Sie ihrem Körper täglich zuführen, um für eine optimale Hydrierung zu sorgen.

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